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Verschwörungstheorie: Wirtschaftliche Todesspirale

Ja, schreckliches passiert auf dieser Welt. Der Amoklauf im grossen Kanton hat uns wieder knüppeldick erwischt und wir fragen uns, wie Menschen zu solchen Taten fähig sind. Der Polithammer schlägt erneut auf die stets selben Themen ein: noch schärfere Waffengesetze und Verbot von Killerspielen. Mir wäre ehrlich gesagt beides egal. Ja, ich hab eine Waffe zu hause. Leider kann ich nicht viel dafür, sie wurde vom Staat gesponsert. Ein Killerspiel hatte ich auch schon auf meiner Kiste laufen, jedoch wurde ich nie wirklich Fan davon.

Bei solchen Meldungen beginnt natürlich auch meine Gedankenmühle, Ursachenforschung zu betreiben. Und wie immer bleibe ich bei der Wirtschaft hängen. Deshalb verfasse ich hier mal meine Verschwörungstheorie um allenfalls ein paar Feedbacks zu erlangen. Ich weiss, dass mein Blog seltenst gelesen wird – ist ja auch egal, viel steht nicht – aber vielleicht, und das ist meine Hoffnung, verirrt sich ja doch der eine oder andere auf diesen Eintrag und verrät mir seinen Senf dazu. ;)

Likrobas’ wirre Gedanken

Als Einleitung mal ein paar Gedanken, warum ein Mensch zu solchen Taten fähig ist:

  1. Er kommt mit dem Umfeld nicht zurecht.
  2. Psychische Probleme
  3. Fühlt sich «ungenügend» für die Gesellschaft
  4. Fühlt die Gesellschaft als «ungenügend»
  5. Sieht keinen Sinn im Leben
  6. Möchte etwas «Grosses» erschaffen

Die Gründe haben in meinen Gedanken keine Verbindung. Natürlich können sie kombiniert werden, aber das unterlasse ich jetzt einfach mal. Kurz zusammengefasst würde ich sagen, dass ein solcher Täter sich entweder «zu schlecht» oder aber «zu gut» fühlt für die Gesellschaft. Warum dem so ist, wird wohl in den verschiedensten Fällen unterschiedlich sein.

Wirtschaft?

So, jetzt komme ich zum Nenner meiner Gedanken: die Wirtschaft. Seit Monaten gar Jahren überlege ich mir, was früher anders war als heute. Mal abgesehen davon, dass viel eher und globaler in den Medien über Ereignisse Bericht erstattet wird, hat sich aus meiner Sicht vor allem die Art der Tätigkeiten verschoben. In den vergangenen Jahrenzehnten waren vor allem Technik und Handwerk die Hauptberufszweige. Je mehr wir uns der Jahrtausendwende näherten, desto mehr wurden die Jobs ins Büro verlagert. Die physische Belastung musste der psychischen weichen. Der Körper wird heut kaum benutzt und muss mit Sport in Form gehalten werden. Dafür muss der Geist heute ununterbrochen arbeiten. Dass man dadurch auch schneller mal die Nerven verliert, ist selbstredend. Obwohl, diese Erklärung für einen Amoklauf ist in der Tat zu einfach.

Deshalb spinne ich den Faden noch etwas weiter: die Wirtschaftsbosse fordern immer bessere Ausbildung und Leistung. Wenn man sich heute umhört, muss man für einen lausigen Bürojob die beste Volksschulstufe erfüllt haben! Ich war auch mal auf dem Büro und das war, weiss Gott, kein anspruchsvoller Job. Klar ist nicht jedermann dafür geschaffen, aber das Anforderungsprofil derart hochzuschrauben, finde ich dennoch arg übertrieben. Und da zeigt sich doch deutlich, wie elitär das Denken geworden ist. Für alles braucht man ein Papier – am Besten von einer Universität oder Höheren Fachschule. Dass man als Raumpflegefachkraft noch nicht ganz so weit ist, erstaunt mich ehrlich gesagt schon ein wenig. ;) So, zurück zum Thema. Die Ansprüche wachsen also stetig. Erwarten wir ernsthaft, dass bei diesem Elitärdenken alle mitkommen können. Nein! Und das werfe ich der Wirtschaft vor. Nur weil einer vielleicht nicht so der tolle Hecht in der Schule ist, hat er kaum eine Chance, seinen Traumberuf erlernen zu können? Ist das wirklich unsere Zukunft? Grenzen wir ihn somit nicht auch automatisch aus der Gesellschaft aus? Könnte das nicht Kurz- oder Längerschlussreaktionen auslösen?

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr bin ich der Überzeugung, dass wir genau solche Probleme selbst hervorrufen. Und im Nachhinein sind wir bestürzt über die Tragödien, die wir den Medien entnehmen mussten – obwohl wir unseren Teil dazu beitragen.

Es ist mir durchaus bewusst, dass das alleine niemals zu einer solchen Tat führt. Ich bin mir auch bewusst, dass ich nur «böse Wirtschaft» in die Welt schreie. Doch weil ich bis dato noch keinen Schreien gehört habe, habe ich mir das zu meiner Aufgabe gemacht. Irgendwann holt sie uns alle ein, die Todesspirale des elitären Denkens – wenn wir es bei unseren Praktiken belassen.

Liebe Schweiz

Sie sind wunderschön, deine schneebedeckten Berge. Es ist ein Genuss für mein Auge, deine saftigen, grünen Wiesen zu sehen. Deine Blumenfelder. Deine Herbstwälder. Doch die Bewohner, die sich deine Bürger schimpfen, wollen sich nicht von dir bezaubern lassen. Der Mammon, Dämon des Geldes, hat uns fest in seiner Hand. Unser Herz wird von ihm benebelt – die wärmende Sonne somit abgeschirmt. Viel lieber lassen wir Geschwürpflanzen wachsen. Geschwüre wie Eifersucht, Hass, Schadenfreude, Bitterkeit und vor allem die Gunst und Missgunst des Geldes wachsen in Eile. Der Grundstein, auf dem du gegründet wurdest, verliert täglich an Gültigkeit. Liebe Schweiz, wir sind nicht mehr wie unsere Väter. Wir sind kein Volk von einig Brüder, die Not und Gefahr trennt uns. Wir sind nicht frei, wie unsere Väter waren sondern gefangen von Geschwürpflanzen und den umringenden Nebel Mammons. Die Knechtschaft hat über den Tod gesiegt. Und auf Gott trauen wir schon lange nicht mehr – stempeln ihn als 2000 Jahre altes Märchen ab. Und die Macht der Menschen fürchten wir nicht – wir haben uns an sie gewöhnt! Liebe Schweiz, wir stecken in der Krise. Anstatt sie gemeinsam zu lösen ziehen wir es vor, Giftpfeile zu schiessen. Der sozialdemokratische Bund, der lange Zeit im Untergrund geschwiegen hat, hat nun Lunte gerochen und sieht sich nun als Befreier der Nation. Immer wieder spriessen Krieger aus ihren Reihen, die ihre Schwerter zum Kampf richten gegen die bösartige Zunft der drei Schlüssel. Der Pöbel schreit die Kampfparolen, die die Boten des geschriebenen Wortes verbreiten. Die Boten, ihrer Macht bewusst (die Feder ist mächtiger als das Schwert), verzichten auf vollständige Informationsausschöpfung um den Pöbel zusätzlich in Rage zu treiben. Die Schlacht wird bereits ausgetragen. Liebe Schweiz, dies wird ein dunkles Kapitel in deiner Geschichte. Der Schuldige wird mit Gewissheit bestimmt. Ob er nun definitiv der Schuldige ist oder nicht werden wir nie erfahren. Ich hoffe, du wirst uns verzeihen – verzeihen, weil wir uns von dir abwenden. Mögen unsere Nachkommen wieder auf deine Tugenden besinnen.

In Ehrfurcht, ein Bewohner der sich dein Bürger schimpft.

Der Aargau und die AKWs

Was zeichnet den Kanton Aargau sonst noch aus, ausser dass er die Rolle des geographischen Schlichters eingenommen hat in dem Kantonenzwist der Streithähne Basel und Zürich? Genau, er befindet sich auch zwischen der Landeshauptstadt sowie der Landeswirtschaftsmetropole. Das aargauische Landgut liegt also goldrichtig. Und deshalb stellen wir auch die AKWs dahin, damit dann alle etwas davon haben, sollte der GAU (=grösster anzunehmender Unfall) eintreten.

Ich verleugne nicht, dass ich gewisse Sympathien hege und es eine Verbindung zwischen mir und erwähntem Kanton gibt. Ich bin da aufgewachsen. Dies könnte allenfalls der Grund sein, warum ich mir immer mal wieder über die Namensgebung des Kantons den Kopf zerbreche. Heute, sitzpinkelnd auf der Latrine, ging mir dann ein Licht auf. Den ersten Teil „Aar“ hatte ich jeweils keine Mühe zuzuordnen. Die Aare durchfliesst einen grossen Teil der schönen aargauischen Umgebung. Doch was ist mit dem „gau“? Heute fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Da haben kantonseigene Propheten die Zukunft kommen sehen. Wahrscheinlich wurden die Klein-Nostradamusse gesteinigt für ihre damalige Aussage: „Wir sollten den Kanton Aargau nennen. Aar für die Aare, gau hat heute keine Relevanz, wird aber in Zukunft grosse Bedeutung haben! Es wird ein grosses Unglück kommen!“

Naja, ich gebe zu: es ist sehr an den Haaren herbei gezogen. Allerdings tu ich das gerne und da dies mein Blog ist, ziehe ich auch an Haaren. :) Um den Faden noch etwas weiter zu spinnen: Mal angenommen, St. Gallen würde zur Landeshauptstadt. Zwischen Hauptstadt und Metropole gibt’s ein Land, in welcher die Thur fliesst. Wahrscheinlich hat Klein-Nostradamus’ Bruder – ebenfalls Kantonsprohet – da gelebt.

Ich bin dafür, dass wir die nächsten AKWs im Kanton Thurgau bauen… :D