Archiv fürFebruar, 2009

Liebe Schweiz

Sie sind wunderschön, deine schneebedeckten Berge. Es ist ein Genuss für mein Auge, deine saftigen, grünen Wiesen zu sehen. Deine Blumenfelder. Deine Herbstwälder. Doch die Bewohner, die sich deine Bürger schimpfen, wollen sich nicht von dir bezaubern lassen. Der Mammon, Dämon des Geldes, hat uns fest in seiner Hand. Unser Herz wird von ihm benebelt – die wärmende Sonne somit abgeschirmt. Viel lieber lassen wir Geschwürpflanzen wachsen. Geschwüre wie Eifersucht, Hass, Schadenfreude, Bitterkeit und vor allem die Gunst und Missgunst des Geldes wachsen in Eile. Der Grundstein, auf dem du gegründet wurdest, verliert täglich an Gültigkeit. Liebe Schweiz, wir sind nicht mehr wie unsere Väter. Wir sind kein Volk von einig Brüder, die Not und Gefahr trennt uns. Wir sind nicht frei, wie unsere Väter waren sondern gefangen von Geschwürpflanzen und den umringenden Nebel Mammons. Die Knechtschaft hat über den Tod gesiegt. Und auf Gott trauen wir schon lange nicht mehr – stempeln ihn als 2000 Jahre altes Märchen ab. Und die Macht der Menschen fürchten wir nicht – wir haben uns an sie gewöhnt! Liebe Schweiz, wir stecken in der Krise. Anstatt sie gemeinsam zu lösen ziehen wir es vor, Giftpfeile zu schiessen. Der sozialdemokratische Bund, der lange Zeit im Untergrund geschwiegen hat, hat nun Lunte gerochen und sieht sich nun als Befreier der Nation. Immer wieder spriessen Krieger aus ihren Reihen, die ihre Schwerter zum Kampf richten gegen die bösartige Zunft der drei Schlüssel. Der Pöbel schreit die Kampfparolen, die die Boten des geschriebenen Wortes verbreiten. Die Boten, ihrer Macht bewusst (die Feder ist mächtiger als das Schwert), verzichten auf vollständige Informationsausschöpfung um den Pöbel zusätzlich in Rage zu treiben. Die Schlacht wird bereits ausgetragen. Liebe Schweiz, dies wird ein dunkles Kapitel in deiner Geschichte. Der Schuldige wird mit Gewissheit bestimmt. Ob er nun definitiv der Schuldige ist oder nicht werden wir nie erfahren. Ich hoffe, du wirst uns verzeihen – verzeihen, weil wir uns von dir abwenden. Mögen unsere Nachkommen wieder auf deine Tugenden besinnen.

In Ehrfurcht, ein Bewohner der sich dein Bürger schimpft.