Archiv fürDezember 19, 2007

Schlumpfine, Gargamel und die Azraels

Wer kennt sie nicht, die blauen Mini-Figuren, die vorwiegend Fliegenpilze zu grossräumigen Unterschlü(m)pfen umbauen? Das Volk, das durch den liebevollen Diktatoren mit roter Mütze – oder hat mal jemand eine schlumpfische Abstimmung gesehen? - regiert wird? Mittendrin in dieser männerdominierten, blauen Welt eine einzige, weibliche Gestalt mit dem simplen und dennoch ausdrucksstarken Namen Schlumpfine.

Etwas spöttisch wird auch die neue Bundesrätin E. Widmer-Schlumpf Schlumpfine benannt. Ihr lediger Name gibt ja auch allen Anlass dazu. Sie wird es uns nicht weiter übel nehmen – denke ich. Was ihr viel mehr zu denken gibt wird wohl Gargamel sein. Gargamel vergleiche ich hier mal mit ihrer Partei SVP. Sie wurde mit der Annahme der Bundesratswahl zur Gejagten. Auch wenn ich zu dieser Situation meine Gedanken geschmiedet habe, behalte ich sie trotzdem für mich. :)

Aber, und das ist der Anlass für diesen Text, was ich nicht für mich behalten kann und mich irrsinnig aufregt: die 187-Schmierer an Widmer-Schlumpfs Fliegenpilz. Wie ich einer Gratiszeitung entnehmen konnte, wird damit auf den amerikanischen Mordartikel hingewiesen. Schlicht: eine Morddrohung. Sind wir also so weit, dass wir alles, was uns nicht unbedingt passt, aus dem Weg räumen müssen? Ist es nicht tragisch, dass die Azraels (=Wähler) einer Partei, die gegen die AusländerKRIMINALITÄT vorgehen will, genau in diese Presche springen? Zeigt das nicht deutlich, dass der Wähler die SVP wegen der AUSLÄNDERkriminalität anstatt eben der AusländerKRIMINALITÄT gewählt hat?

Mir gibt diese Entwicklung sehr zu denken…

Der Aargau und die AKWs

Was zeichnet den Kanton Aargau sonst noch aus, ausser dass er die Rolle des geographischen Schlichters eingenommen hat in dem Kantonenzwist der Streithähne Basel und Zürich? Genau, er befindet sich auch zwischen der Landeshauptstadt sowie der Landeswirtschaftsmetropole. Das aargauische Landgut liegt also goldrichtig. Und deshalb stellen wir auch die AKWs dahin, damit dann alle etwas davon haben, sollte der GAU (=grösster anzunehmender Unfall) eintreten.

Ich verleugne nicht, dass ich gewisse Sympathien hege und es eine Verbindung zwischen mir und erwähntem Kanton gibt. Ich bin da aufgewachsen. Dies könnte allenfalls der Grund sein, warum ich mir immer mal wieder über die Namensgebung des Kantons den Kopf zerbreche. Heute, sitzpinkelnd auf der Latrine, ging mir dann ein Licht auf. Den ersten Teil „Aar“ hatte ich jeweils keine Mühe zuzuordnen. Die Aare durchfliesst einen grossen Teil der schönen aargauischen Umgebung. Doch was ist mit dem „gau“? Heute fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Da haben kantonseigene Propheten die Zukunft kommen sehen. Wahrscheinlich wurden die Klein-Nostradamusse gesteinigt für ihre damalige Aussage: „Wir sollten den Kanton Aargau nennen. Aar für die Aare, gau hat heute keine Relevanz, wird aber in Zukunft grosse Bedeutung haben! Es wird ein grosses Unglück kommen!“

Naja, ich gebe zu: es ist sehr an den Haaren herbei gezogen. Allerdings tu ich das gerne und da dies mein Blog ist, ziehe ich auch an Haaren. :) Um den Faden noch etwas weiter zu spinnen: Mal angenommen, St. Gallen würde zur Landeshauptstadt. Zwischen Hauptstadt und Metropole gibt’s ein Land, in welcher die Thur fliesst. Wahrscheinlich hat Klein-Nostradamus’ Bruder – ebenfalls Kantonsprohet – da gelebt.

Ich bin dafür, dass wir die nächsten AKWs im Kanton Thurgau bauen… :D