Weihnachten – das Fest des guten Essens, der Familienzusammenkünfte und der Geschenke. Vor allem die leuchtenden Kinderaugen verwandeln das Fest in eine wohlig-warme Atmosphäre. Trotz der vielen schönen Momenten hat das Fest auch seine Schattenseiten. Es gibt Menschen, die fühlen sich alleine und es ist auch für einige der Zeitpunkt, sich aus purer Verzweiflung aus dem Leben zu stehlen – leider.
Heute ist für mich auch ein Tag der Geschenke. Die Bundesratswahl hat die Überraschung gebracht, die ich mir insgeheim gewünscht habe: die Abwahl Blochers. In erster Linie geht es mir nicht um die Person – auch wenn sie mir nicht sympathisch ist – sondern um den Personenkult, den die SVP heraufbeschworen hat. Die diversen Antworten aus der Bevölkerung bei den Online-Portalen der gängigen Schweizer Printmedien bestätigen dies. Obwohl die gewählte Kandidatin Eveline Widmer-Schlumpf zur gleichen Partei gehört entladen sich empörte Emotionen bei Herr und Frau SVP-Wähler. Der Untergang der Schweiz wird prognostiziert – die Eidgenössische Apokalypse verkündet.
Somit drängt sich bei mir die Frage in den Vordergrund: „Was hat Christoph Blocher, was Eveline Widmer-Schlumpf nicht hat?“ Die Gesinnung müsste ja theoretisch die selbe sein, denn sie gehören zur gleichen Partei. Klar, rhetorisch war Christoph ein Aushängeschild der SVP. Geschliffene Reden bei gespaltener Zunge, das muss man dem Alt-Bundesrat Blocher neidlos anerkennen. Dennoch, der Leistungsausweis von Frau Widmer-Schlumpf kann sich auch sehen lassen. Denke, dass auch sie ihre Aufgaben ganz gut bewältigen würde. Das letzte Wort bleibt noch abzuwarten. Doch an der Situation ändert dies herzlich wenig. Die SVP fühlt sich geohrfeigt, die Zürcher Parteifraktion sich verraten. Der Personenkult wurde gebrochen, der volksparteiische Politgott gestürtzt. Ein Fest!
Langsam glaube ich wieder an positive Veränderungen in der Schweiz…