Archiv fürDezember, 2007

Schlumpfine, Gargamel und die Azraels

Wer kennt sie nicht, die blauen Mini-Figuren, die vorwiegend Fliegenpilze zu grossräumigen Unterschlü(m)pfen umbauen? Das Volk, das durch den liebevollen Diktatoren mit roter Mütze – oder hat mal jemand eine schlumpfische Abstimmung gesehen? - regiert wird? Mittendrin in dieser männerdominierten, blauen Welt eine einzige, weibliche Gestalt mit dem simplen und dennoch ausdrucksstarken Namen Schlumpfine.

Etwas spöttisch wird auch die neue Bundesrätin E. Widmer-Schlumpf Schlumpfine benannt. Ihr lediger Name gibt ja auch allen Anlass dazu. Sie wird es uns nicht weiter übel nehmen – denke ich. Was ihr viel mehr zu denken gibt wird wohl Gargamel sein. Gargamel vergleiche ich hier mal mit ihrer Partei SVP. Sie wurde mit der Annahme der Bundesratswahl zur Gejagten. Auch wenn ich zu dieser Situation meine Gedanken geschmiedet habe, behalte ich sie trotzdem für mich. :)

Aber, und das ist der Anlass für diesen Text, was ich nicht für mich behalten kann und mich irrsinnig aufregt: die 187-Schmierer an Widmer-Schlumpfs Fliegenpilz. Wie ich einer Gratiszeitung entnehmen konnte, wird damit auf den amerikanischen Mordartikel hingewiesen. Schlicht: eine Morddrohung. Sind wir also so weit, dass wir alles, was uns nicht unbedingt passt, aus dem Weg räumen müssen? Ist es nicht tragisch, dass die Azraels (=Wähler) einer Partei, die gegen die AusländerKRIMINALITÄT vorgehen will, genau in diese Presche springen? Zeigt das nicht deutlich, dass der Wähler die SVP wegen der AUSLÄNDERkriminalität anstatt eben der AusländerKRIMINALITÄT gewählt hat?

Mir gibt diese Entwicklung sehr zu denken…

Der Aargau und die AKWs

Was zeichnet den Kanton Aargau sonst noch aus, ausser dass er die Rolle des geographischen Schlichters eingenommen hat in dem Kantonenzwist der Streithähne Basel und Zürich? Genau, er befindet sich auch zwischen der Landeshauptstadt sowie der Landeswirtschaftsmetropole. Das aargauische Landgut liegt also goldrichtig. Und deshalb stellen wir auch die AKWs dahin, damit dann alle etwas davon haben, sollte der GAU (=grösster anzunehmender Unfall) eintreten.

Ich verleugne nicht, dass ich gewisse Sympathien hege und es eine Verbindung zwischen mir und erwähntem Kanton gibt. Ich bin da aufgewachsen. Dies könnte allenfalls der Grund sein, warum ich mir immer mal wieder über die Namensgebung des Kantons den Kopf zerbreche. Heute, sitzpinkelnd auf der Latrine, ging mir dann ein Licht auf. Den ersten Teil „Aar“ hatte ich jeweils keine Mühe zuzuordnen. Die Aare durchfliesst einen grossen Teil der schönen aargauischen Umgebung. Doch was ist mit dem „gau“? Heute fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Da haben kantonseigene Propheten die Zukunft kommen sehen. Wahrscheinlich wurden die Klein-Nostradamusse gesteinigt für ihre damalige Aussage: „Wir sollten den Kanton Aargau nennen. Aar für die Aare, gau hat heute keine Relevanz, wird aber in Zukunft grosse Bedeutung haben! Es wird ein grosses Unglück kommen!“

Naja, ich gebe zu: es ist sehr an den Haaren herbei gezogen. Allerdings tu ich das gerne und da dies mein Blog ist, ziehe ich auch an Haaren. :) Um den Faden noch etwas weiter zu spinnen: Mal angenommen, St. Gallen würde zur Landeshauptstadt. Zwischen Hauptstadt und Metropole gibt’s ein Land, in welcher die Thur fliesst. Wahrscheinlich hat Klein-Nostradamus’ Bruder – ebenfalls Kantonsprohet – da gelebt.

Ich bin dafür, dass wir die nächsten AKWs im Kanton Thurgau bauen… :D

Die beste Band der Welt hält ihr Versprechen!

Mittwoch, 05. Dezember 2007. Die Ärzte luden zur feuchtfröhlichen Party im Zürcher Hallenstadion – und ich feierte mit. Mitten im Konzert eine knappe, aber unmissverständliche Ansage von Schlagzeuger Bela B. (sinngemäss): „Wenn ihr Blocher aus dem Bundesrat kickt, dann kriegt ihr unsere neue Scheibe umsonst!“. Das Publikum war sichtlich angetan ob dieser Aussage, was der Lärmpegel im Hallenstadion unterstricht. Lautes Jubeln und Klatschen entfuhr so manchem Ärzte-Fan. Das Konzert war Spitze! :)

Doch zurück zu ihrem Versprechen: Blocher ist raus – CD ist gratis! Auf http://www.bademeister.com kann das Album „Jazz ist anders“ bis morgen Mittag, 14. Dezember 2007, runtergeladen werden.

Bild von http://www.bademeister.com

Weihnachtszeit – Geschenkezeit

Weihnachten – das Fest des guten Essens, der Familienzusammenkünfte und der Geschenke. Vor allem die leuchtenden Kinderaugen verwandeln das Fest in eine wohlig-warme Atmosphäre. Trotz der vielen schönen Momenten hat das Fest auch seine Schattenseiten. Es gibt Menschen, die fühlen sich alleine und es ist auch für einige der Zeitpunkt, sich aus purer Verzweiflung aus dem Leben zu stehlen – leider.

Heute ist für mich auch ein Tag der Geschenke. Die Bundesratswahl hat die Überraschung gebracht, die ich mir insgeheim gewünscht habe: die Abwahl Blochers. In erster Linie geht es mir nicht um die Person – auch wenn sie mir nicht sympathisch ist – sondern um den Personenkult, den die SVP heraufbeschworen hat. Die diversen Antworten aus der Bevölkerung bei den Online-Portalen der gängigen Schweizer Printmedien bestätigen dies. Obwohl die gewählte Kandidatin Eveline Widmer-Schlumpf zur gleichen Partei gehört entladen sich empörte Emotionen bei Herr und Frau SVP-Wähler. Der Untergang der Schweiz wird prognostiziert – die Eidgenössische Apokalypse verkündet.

Somit drängt sich bei mir die Frage in den Vordergrund: „Was hat Christoph Blocher, was Eveline Widmer-Schlumpf nicht hat?“ Die Gesinnung müsste ja theoretisch die selbe sein, denn sie gehören zur gleichen Partei. Klar, rhetorisch war Christoph ein Aushängeschild der SVP. Geschliffene Reden bei gespaltener Zunge, das muss man dem Alt-Bundesrat Blocher neidlos anerkennen. Dennoch, der Leistungsausweis von Frau Widmer-Schlumpf kann sich auch sehen lassen. Denke, dass auch sie ihre Aufgaben ganz gut bewältigen würde. Das letzte Wort bleibt noch abzuwarten. Doch an der Situation ändert dies herzlich wenig. Die SVP fühlt sich geohrfeigt, die Zürcher Parteifraktion sich verraten. Der Personenkult wurde gebrochen, der volksparteiische Politgott gestürtzt. Ein Fest!

Langsam glaube ich wieder an positive Veränderungen in der Schweiz…

Der Sitzpinkler

Ja, ich gebe zu, ich bin ein Sitzpinkler. Der Traum aller Frauen. Keine Lachen am Boden, keine verspritzten Wände und keine feuchten Toilettenringe. So pflege ich das auch auswärts, es sei denn, in den Hallen der Urinausschüttung befinden sich Pissoirs. Immer wieder muss ich aber feststellen, dass ein Pissoir noch lange keine Garantie gegen Stehpinkler bei normalen Kloschüsseln ist. Mich graust, in Kinos, Bars oder anderen öffentlichen Einrichtungen den Lokus aufzusuchen, da die Szenen überall die gleichen sind: Swimmingpool statt Plattenboden. Und das, obwohl die Aussentemperatur 30°C bei Sonnenschein ist. Hat da mal wieder jemand nicht getroffen?

Wenn Mann die Zielübungen zu hause im intimen Rahmen ausübt, dann ist mir das wirklich egal. Er kann meinetwegen für die ersten Übungen die Badewanne als Ziel umfunktionieren. Aber sicher nicht in der Öffentlichkeit. Also, lieber öffentlicher Stehpinkler, ich bitte Dich innigst, Dich das nächste mal hinzusetzen. Es klappt auch so mit dem Pinkeln. Ansonsten widme ich Dir persönlich das Lied von Die Ärzte: Männer sind Schweine.

Hi zusammen…

Aufgrund wiederholtem Drängen eines Blogger-Ehepaars habe ich mir mal die Zeit genommen einen eignen Blog einzurichten. Ob’s was wird? Wir werden sehen. ;)